Die Gewährleistung innerer Sicherheit zählt zu den fundamentalen Aufgaben des modernen Staates und spielt auch in anderen Politikfeldern eine zentrale Rolle. Das subjektive Sicherheitserleben dürfte demnach auch politische Einstellungen, Institutionenvertrauen und Beteiligungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger prägen – und damit die politische Kultur demokratischer Gesellschaften. Der Forschungsstand zum Einfluss der Kriminalitätsfurcht auf die politische Kultur ist allerdings noch wenig ausgebaut. Hier setzt der vorliegende Sammelband an. Im Mittelpunkt stehen zwei Ziele: zum einen das bessere Verständnis von Gestalt und Ursachen der verschiedenen Dimensionen von Kriminalitätsfurcht selbst; zum anderen die Analyse ihrer Auswirkungen auf die demokratische politische Kultur. Datengrundlage aller Beiträge ist die Befragungsstudie „Sicherheit und Kriminalität in Sachsen 2022“ des Sächsischen Instituts für Polizei- und Sicherheitsforschung (SIPS). Die empirischen Analysen beleuchten das Verhältnis zwischen subjektiver Sicherheit und politischer Kultur mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten und aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven. Ziel des Bandes ist es, theoretisch und methodisch fundierte Beiträge zur Erklärung von Kriminalitätsfurcht und deren gesellschaftspolitischen Konsequenzen zu leisten, um zu einem integrierten Verständnis des Zusammenhangs von subjektiver Sicherheit und politischer Kultur zu gelangen. Der Band liefert damit auch Impulse für sozialwissenschaftliche Forschung sowie für sicherheits- und gesellschaftspolitische Debatten.